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DAS GESCHENK

DER (NICHT-) WEG

Wenn Engel reisen


DAS GESCHENK 

Eines Abends lag ein kleiner Junge namens Tom tränenüberströmt unter seiner Bettdecke und hatte nur diesen einen Gedanken: "Ich bin schlecht." Seine Eltern waren ausgegangen, und der Babysitter hat ihn frühzeitig ins Bett gesteckt, damit er ihn nicht beim Fernsehen stört.

Der Gedanke aber dachte bei sich selbst: "So, hier gehe ich meinen Weg - das ist mein Schicksal. Ich habe keine andere Wahl als Tom´s Verlangen zu erfüllen, wie er sich zu sein wünscht - schlecht. Ich muss mich auf den Weg machen und andere Gedanken finden, die ähnlich sind, und zusammen müssen wir Ereignisse und Umstände schaffen, die Tom in seiner Überzeugung unterstützen, dass er schlecht ist. Es ist mein Job, Tom zu beweisen, dass das, was er glaubt, wahr ist."

Wie Sie sehen, erschaffen Gedanken winzig kleine Energiekörper - Gedankenformen, die aufgrund ihrer Natur notwendigerweise ihren Zweck erfüllen müssen. Sie müssen den Wunsch ihres Schöpfers ohne jeglichen Zweifel ausführen. In diesem Fall hier hat Tom so oft von seinen Eltern zu hören bekommen "Du bist schlecht", dass er bald glaubte, dass dies wahr ist. Seine Eltern waren schließlich die Autoritäten in seinem Leben, und wenn sie sagten, dass er schlecht ist, dann musste das ganz sicher so sein. Weil es aber zu schmerzhaft war, ihre Einschätzung zu akzeptieren, schob er sie beiseite, tief in sein Unterbewusstsein, wo sie für immer in Vergessenheit geriet - diese neue Überzeugung wurde ein Teil seiner persönlichen Natur.

Als Tom älter wurde, bemühte er sich angestrengt, ein guter Mensch zu sein. Doch alles, was er tat und das nicht in Übereinstimmung mit seiner tiefsitzenden Überzeugung 'Ich bin schlecht' war, gab eben dieser Überzeugung einen Impuls, sich auszudrücken. Diese Überzeugung hatte einen Auftrag zu erfüllen - sie musste einfach erfolgreich sein. Mit jedem Mal, wo die Überzeugung sich ausdrückte, wurde sie stärker, und immer mehr Ereignisse tauchten auf, die zudem auch immer dramatischer wurden. Das Leben wurde zunehmend unerträglicher: schlechte Noten in der Schule, Freunde, die immer Ärger hatten, und Eltern, die ihm immer im Nacken saßen. Wie er sich auch drehte und wendete - Probleme und nichts als Probleme. Er belog sich selbst und ließ seinen Ärger an der Katze aus. Tom hatte keine Ahnung, dass er selbst für das Erschaffen dieser Situationen verantwortlich war. Er dachte, die Dinge stießen ihm einfach so zu. Seine Situation wurde so schlimm, dass er bald anfing, so richtig niedergedrückt und unglücklich zu sein. "Wozu das Ganze?", fragte er sich immer öfter.

Zwanzig Jahre später hatte Tom eines Abends einen Traum. Er ging im Mondschein durch einen wunderschönen Wald, als er plötzlich einem alten Elfen begegnete. Der Elf war das liebevollste Geschöpf, dem er je begegnet ist. Er hatte strahlend-rosige Wangen und ein breites ansteckendes Lächeln. Ein schöner langer weißer Bart bedeckte zur Hälfte die Vorderseite seines purpurfarbenen Samtmantels. Der Elf stellte sich als °Hoffnung° vor und hieß Tom im Wald willkommen. Tom fragte Hoffnung, woher er seinen Namen wusste. Hoffnung sagte ihm, es sei sein Job, jungen Menschen, die Schwierigkeiten in ihrem
Leben haben, zu helfen. Er beobachtete Tom eine Zeitlang und fühlte, dass Tom bereit war, das Geheimnis des Lebens kennenzulernen. "Das Geheimnis des Lebens?", fragte Tom. "Was ist denn das?"
"Nun", sagte Hoffnung, "es funktioniert folgendermaßen: was immer Du glaubst, bestimmt, was Du in Deinem Leben erfährst." "Das ist schwer nachzuvollziehen", sagte Tom. "Vergangenes Jahr glaubte ich wirklich, dass ich befördert werde, doch es geschah nicht. Es ist eine Tatsache, dass ich einfach nicht vorwärts komme. Wenn das also wahr ist, was du da sagst, Hoffnung, dann hätte ich doch befördert werden müssen, richtig?

"Ja und nein", sagte Hoffnung. "Ja, es ist richtig - Du hast die Überzeugung, befördert zu werden, und die unterstützt Dich darin, diese Erfahrung zu machen, aber der 'Nein'-Teil meiner Antwort hat mit den anderen Überzeugungen zu tun, die Du auch noch hast.

"Wie du siehst, können Deine Erfahrungen von allen Überzeugungen herkommen, die du hast, nicht nur von denen, die du auswählst."

"Das verstehe ich nicht", sagte Tom.

"Schau mal, Tom, Du hast Überzeugungen zu vielen Dingen in Deinem Leben. Du hast Überzeugungen über Dich selbst, über andere Menschen, über Geld, Beziehungen, Arbeit, die Welt, und viele andere Dinge. Diese Überzeugungen bestimmen Deine Erfahrungen."

"Und es gibt Überzeugungen, die jemand über sich hat, die alle anderen überwiegen - die Selbstachtung. Es ist so, wie wenn jede Überzeugung einen bestimmten Zahlenwert bezüglich ihrer Wichtigkeit und ihrer Macht hat - zusammengezählt ergeben sie die Grundlage Deiner Lebensfahrungen. Verstehst Du das?"

"Nein, nein, nicht ganz."

"Okay, lass´ uns einmal annehmen, Du hättest einen Freund. Lass´ ihn uns „Zuversicht“ nennen. Er ist ein sehr strahlendes und aufmerksames Wesen, das sich sehr gut mit sich selbst fühlt. Er glaubt von sich, dass er intelligent ist und gut aussieht und hat eine große Selbstachtung. Dies alles sind positive und starke Überzeugungen. Lass´ uns diesen Überzeugungen große positive Zahlen zuordnen. Intelligenz = 50, gutes Aussehen = 65, hohe Selbstachtung = 150. Diese Zahlen sind beliebig, aber sie dienen mir, um mein Beispiel zu veranschaulichen."

"Auf der anderen Seite lass´ uns noch einen weiteren Überzeugungsfreund kreieren, der ebenfalls sehr mächtige Überzeugungen über sich selbst hat, die aber sehr begrenzend sind.
Wir nennen ihn „Trauerkloss“. Trauerkloss sieht sich selbst als nicht sehr strahlend an. Du hörst ihn häufig sagen: "Ich kann das nicht." Er ist nicht sehr glücklich mit seinem Aussehen. Er sieht sich selbst als schwerfällig und fett. Seine Selbsteinschätzung ist so gering, dass er unter sich selbst leidet. Er spürt, dass er nicht gut genug ist und zu gar nichts taugt. Er verbringt eine Menge Zeit damit, alleine zu sein und zu schmollen. Wenn er sich mit anderen vergleicht, sieht er nichts als Nachteile. Zutreffende Zahlen für Trauerkloss wären: Intelligenz = 40, Aussehen = 30, Selbstachtung = 125."

"Ich fange an, das Bild zu verstehen." sagte Tom.

"Großartig," sagte Hoffnung, "dann lass´ uns noch einen Schritt weiter gehen. Nehmen wir mal an, dass beide Männer etwas wollen. Wir machen es einfach. Sie wollen Gewinner bei einem Angelwettbewerb sein. Der erste Preis ist eine Woche im Sommer-Camp in den Bergen und der Aufstieg in den nationalen Angel-Wettbewerb. Tom, was denkst du, das jeder von den beiden über seine Gewinnchancen bei dem Wettbewerb glaubt?"

"Hm, die Sache wird immer klarer für mich, Hoffnung."

"Um das Beispiel abzuschließen, Tom, lass´ uns eine einfache Rechnung anstellen. Lass´ uns der Überzeugung, dass jeder der beiden gewinnen will, den Wert +150 zuweisen. Wie ist das für einen sauberen Start? Nun lass´ uns die einzelnen Überzeugungen hinzuaddieren.
Für Zuversicht: 150 + 150 + 50 + 65 = 415.
Für Trauerkloss: 150 + (-40) + (-30) + (-125) = - 45

"Was denkst Du, wer den Angelwettbewerb wohl gewinnen wird, Tom, ?"

"Jetzt verstehe ich es, Hoffnung, alle unsere Überzeugungen spielen eine Rolle bei dem, was wir erfahren."

"Ja, jetzt hast du es verstanden, Tom, wir erfahren, was wir insgesamt glauben."

"Hoffnung, bedeutet das, wenn wir etwas erfahren wollen und nicht fähig sind, es zu erreichen, dass es da Überzeugungen gibt, die uns begrenzen? Whow - das bedeutet, dass es wichtig ist zu wissen, was ich wirklich glaube. Aber was ist dann mit meiner Beförderung? Ich war letztes Jahr fest davon überzeugt, dass ich befördert werde. Und du meinst, dass ich Überzeugungen habe, die meine Wünsche davon abhalten, in Erfüllung zu gehen? Ich wollte wirklich befördert werden. Ich wollte es von ganzem Herzen gern."

"Die Antwort auf Deine Frage ist 'Ja', Tom. Du hast Überzeugungen, die dich in Deinen Erfahrungen begrenzen. Aus diesem Grund wurde ich zu dir geschickt."

"Gut, was ist es, Hoffnung? Sag es mir, damit ich endlich beginnen kann, das zu haben, was ich will." 
"Langsam, Tom, nicht so schnell. Wenn ich es dir sagen würde, dann würdest Du es mir nicht glauben. Du würdest seine Existenz verleugnen. Du musst diese begrenzende Überzeugung selbst aufdeckest. Du musst sie Dir selbst bewusst machen. Dann, und nur dann, kannst Du damit umgehen."

"Meine Aufgabe ist es, dir zusätzlich zu dem, was ich dir darüber erzählt habe, wie Überzeugungen Erfahrungen bestimmen, ein kostbares Geschenk zu überlassen. Das Geschenk ist wie ein göttlicher Stab. Es wird dazu genutzt, vergrabene Sachen zu finden. Es wird dir dabei helfen, verborgene Überzeugungen zu finden, die transparent für Dich sind, diejenigen, die Dir völlig unbewusst sind. Diese verborgenen Überzeugungen sind die Hauptbestandteile der Blaupause, die Deine Lebenserfahrungen bestimmt."

"Das Geschenk ist ein Werkzeug, das Dir helfen wird, in die Tiefen Deines Bewusstseins zu steigen, um Dir Deine begrenzenden Überzeugungen zu enthüllen. Es ist sehr einfach. So einfach, dass Leute, mit denen ich es geteilt habe, zuerst an seiner Wirksamkeit zweifelten - bis sie es ausprobiert hatten. Nachdem sie es erfahren hatten, kannten sie seine Kraft."

"Okay Tom, lass´ uns etwas nehmen, dass Du in Deinem Leben erfährst und nicht bevorzugst, zu erfahren."
"Hm, lass´ mal sehen. Ich scheine eine Menge Probleme in meinem Leben zu haben. Es ist so, als wäre ich ein Magnet dafür."

"Gut, dann entspanne Dich jetzt. Richte Deine Aufmerksamkeit nach innen und antworte auf meine Fragen. Welche Überzeugung könnte jemand haben, der eine Menge Probleme in seinem Leben erfährt?"

"Er könnte die Überzeugung haben, dass Probleme ihn verfolgen."
"Wie kannst du beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist?"
"Du brauchst dir nur meine Vergangenheit anzuschauen - sie ist voller Probleme."
"Welche weitere Überzeugung könnte jemand haben, der eine Menge Probleme in seinem Leben erfährt?"
"Er könnte die Überzeugung haben, dass er eine Menge Fehler macht."
"Wie kannst du beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist?"
"Es scheint so, dass alles, was ich jemals versucht habe, ein Fehler war."
"Welche weitere Überzeugung könnte jemand haben, der eine Menge Probleme in seinem Leben erfährt?"
"Er könnte die Überzeugung haben, dass er einfach nichts richtig machen kann."
"Wie kannst du beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist?"
"Meine Eltern haben mir das immer gesagt."
Hoffnung bemerkte eine kleine emotionale Regung, die in Tom aufkam, und fragte weiter:
"Welche weitere Überzeugung könnte jemand haben, der eine Menge Probleme in seinem Leben erfährt?"
Zögernd und mit einem leichten Zittern in der Stimme antwortete
Tom: "Er könnte die Überzeugung haben, dass etwas mit ihm nicht richtig ist."
"Wie kannst du beweisen, dass diese Überzeugung wahr ist?"
"Weil meine Eltern mich ständig kritisiert hatten."
"Welche weitere Überzeugung könnte jemand haben, der eine Menge Probleme in seinem Leben erfährt?"
Tom fing an zu schluchzen und antwortete:
"Er könnte die Überzeugung haben, dass er schlecht ist."
Tom unterbrach abrupt und murmelte "schlecht, ich bin schlecht!" Ich bin ganz, ganz schlecht! Ich kann ihre Worte ganz klar hören. "Du bist schlecht, schlecht, schlecht!" Ich hatte keine Ahnung. Du meinst, ich habe all die Jahre diese Überzeugung, dass ich schlecht bin, in meinem Unterbewusstsein versteckt?" Einige Momente später machte sein Schmerz einer großen Erleichterung Platz, als er seine neue Erfahrung umarmte und leise flüsterte, "aha!"

"Ja, Tom, das hast du getan. Um Deine Gefühle zu dem Zeitpunkt zu schützen, hast du das getan, was die meisten Menschen tun. Du hast dich gegen den Schmerz gewehrt und dann dir selbst gegenüber geleugnet, dass er überhaupt existiert. Leider hatte diese mächtige Gedankenform, die du kreiert hast, dich mit den entsprechenden Erfahrungen zu versorgen, um sicher zu stellen, dass die Überzeugung auch wahr ist - auch wenn Du dir dessen gar nicht bewusst warst."

"Hoffnung, ich bin dir so dankbar für dieses Geschenk.?"

" Ja, es ist eine kraftvolle Übung. Du kannst sie mit einem Partner machen, dem Du vertraust, und Du kannst Sie allein anwenden. Du fragst Dich selbst die Fragen und bringst klare Antworten zum Vorschein.."

"Hoffnung, nachdem du mir nun gezeigt hast, wie ich diese verborgenen Überzeugungen finden kann, die mein Leben begrenzen - wie werde ich sie jetzt los?" 
„Schau weiter nach innen, lerne dich selbst kennen, das wird Dein Leben von Grund auf verändern, Tom.“

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DER (NICHT-) WEG 

Übereinstimmend heißt es in allen seriösen mystischen Traditionen der Menschheit, über den WEG könne nicht gesprochen werden — er müsse erfahren werden. Der WEG sei praktisch und nicht theoretisch. 

Was ist also der WEG? 

Der WEG besteht in der Beseitigung aller Vorstellungen. "Der falschen, klar!" sagen Sie. Nein, nicht nur der falschen, sondern aller Vorstellungen. Es geht darum, aufzuwachen in die Präsenz der Wirklichkeit, die hier und jetzt aufscheint — und immer nur hier und jetzt, immer neu, immer unerwartet. Vorstellungen kommen aus dem Verstand und übertragen Ereignisse und Erfahrungen der Vergangenheit ins Jetzt. Und genau das ist es, was das Alltagsbewusstsein tut. Das menschliche Gehirn hat nun mal diese Tendenz zur Bildung von Vorstellungen, Modellen und Wertungen über richtig und falsch. 

Was ist die Methode des Erwachens? Es gibt genau so wenig eine dauerhaft zu fixierende Methode, wie es möglich ist, mit Vorstellungen die Wirklichkeit zu beschreiben. Denn jede solche Methode würde sich sofort wieder zum Reich der Vorstellungen hinzugesellen und ebenso Vergangenheit werden, die unpassend zum gerade aktuellen Jetzt wäre. 

Scheinbar wäre die Konsequenz aus dieser Einsicht, zu sagen, es gäbe nun auch keinen WEG. Man bräuchte "einfach nur" im Hier und Jetzt zu leben. Aber dieses "Einfach nur" ist das Problem — es klappt nämlich nicht. Ohne WEG gibt es kein Erwachen. 

Versuchen Sie es einmal selbst, versuchen Sie, "einfach nur" ohne Vorstellungen und immer bloß gegenwärtig zu existieren, und Ihr Gehirn wird Ihnen einen gewaltigen Strich durch diese Rechnung machen. 

Man kann sich das natürlich auch so einrichten wie diverse vorgeblich spirituelle Richtungen und kurzerhand alles ausblenden, was die Erkenntnis dieser Ohnmacht verleugnet, aber erstens ist das unaufrichtig, und zweitens stellt es einen weiteren Beweis für die Flexibilität und Kreativität des Verstandes dar, der zu jedem Wunsch die neue passende Vorstellung liefert, diese einkapselt und dem Bewusstsein entzieht, so dass die Betreffenden sich nur in eine eigene separate Wirklichkeit flüchten, die von der echten abweicht. 

Zurück zur Methode des Erwachens. Es gibt sie, aber was ist sie? Wo finden wir sie? Wie lautet sie? 

An obigem Beispiel haben Sie bereits erahnen können, wie flink und elegant der Verstand Vorstellungen herbeizaubert. Er kann das zu jeder neuen Situation und jeder neuen Wahrnehmung tun. Dieser unerhörten Kreativität ist kein Schriftgut und keine Ideologie gewachsen, und selbstverständlich genau so wenig irgendeine der traditionellen mystischen Überlieferungen. Das sind allesamt Ladenhüter, verglichen mit ihm. 

Deshalb ist Bewusstheit keine Doktrin, sondern — wenn es nun auch echte Bewusstheit ist und nicht nur eine spirituelle Einstellung — ein Schritthalten mit der Tätigkeit des Verstandes, und zwar ein mindestens ebenso intelligentes und waches Schritthalten und Erkennen, Durchschauen, Verstehen und Eindringen. 

Die Methode des Erwachens erzeugt sich in jedem Moment neu, genau so wie die Wirklichkeit sich in jedem Moment neu erzeugt. Sie passt sich an die jeweiligen Erfordernisse an. 

Ein Beispiel:
Es ist, wie wenn Sie etwas auf dem Boden verschütten. Dann werden Sie es doch aufputzen und nicht bloß darüber rational nachdenken? Man könnte sagen, das Putzmittel entspreche hier der Methode des Erwachens. In einem anderen Fall müssen Sie etwas konstruieren; dann entspricht das konstruktive Knowhow der wiederum aktuellen Methode des Erwachens. Die Methode des Erwachens ist das Korrektiv, die praktische Lösung, das Eingehen auf die Notwendigkeit, und zwar immer im Jetzt. 

Wenn jemand unglücklich ist oder sein Leben falsch ausgerichtet hat, dann kann es der Methode des Erwachens entsprechen, ihm zu helfen, glücklicher zu werden. Es ist aber nicht die Methode des Erwachens, ihm eine Weltanschauung aufzupfropfen, die ihm Glück verheißt (auch wenn das leider immer wieder vorkommt, denn solche Leute sind besonders anfällig für Manipulation und Seelenkäuferei) — selbst wenn diese Weltanschauung zeitweilig hierbei nützt. 

Um dahin zu kommen, müssen jegliche Weltanschauungen und fixierten Einstellungen, Vorstellungen, Glaubenssätze und "Annahmen" ein für allemal und radikal beseitigt und hinter uns gelassen werden. In der Praxis trägt aber jeder Schablonen mit sich herum, was "meditativ" und "spirituell" sei. Und alle diese Schablonen sind Vorstellungen — und somit nicht nur wertlos, sondern hinderlich. Der WEG besteht im Erkennen solcher Schablonen und in deren sofortigen Verabschieden. 

Wie bei Rumpelstilzchen sind diese Schablonen endlich beim Namen zu nennen und als genau das zu identifizieren, anzusehen, zu verstehen, was sie sind: Illusionen. Erst dann kann man sie als schädliche Konditionierungen verabschieden, die sich unbewußt eingeschlichen haben und hinterhältig unser Leben im Griff gehalten haben. Umso mehr, als sie fast überall so weitverbreitet sind — denn gerade auch unsere heutige Zeit ist denkfeige, unmündig und hochgradig schematisch. 

Können Sie sich der Einsicht öffnen, welche radikalen Konsequenzen dieses Verabschieden hat? Welch fundamentaler Wandel damit in Ihrem Leben beginnen wird? Können Sie es wagen, jetzt damit anzufangen, nicht irgendwann vielleicht? Und werden da nicht sofort Ängste und Bedenken aufkommen, nun sei auf einmal überhaupt kein "Anhaltspunkt" mehr da? 



Genau das aber ist der echte WEG — so arbeitet er, und so scharf greift seine Methode. Und genau deshalb ist er auch so unüblich und unbekannt. Nicht etwa weil das alles schwer zu formulieren sei oder schwer zu begreifen sei. Sondern weil es keiner will bzw. ertragen kann. Von Freiheit wird ja viel geredet, aber wer will sie wirklich? Denn echte Freiheit ist da, wo wir unsere Wünsche nicht verdrängen, sondern zu leben beginnen. 



Die Methode des Erwachens nimmt immer die jeweils nötige aktuelle Form und spirituelle Technologie an. Das Gehirn ist nicht auf einmal und endgültig frei von Vorstellungen — Vorstellungen kommen immer und sind ein normaler Bestandteil des Seelenlebens —, aber es tritt dann keine Verklebung und Verschmelzung mit Methoden ein, keine Identifikation. Genau so wenig mit "Weltbildern". Gedanken oder Methoden aus einer Religion oder spirituellen Überlieferung können, können wohlgemerkt!, in einer Situation sinnvoll sein. Aber der echte WEG klebt an gar nichts. Er ist genau so dynamisch und veränderbar wie der Leben — er ist das Leben — dessen Essenz. 



Der WEG existiert nicht als statisch fassbares Phänomen; so gesehen ist er ein Nicht-WEG. Dieser Nicht-WEG aber existiert sehr wohl. Er taucht im Leben auf, in lebendigen Menschen — in Menschen, die aussehen wie du und ich — nicht in mythologischen Gestalten, die mit wallenden Bärten und in bunten Roben aus exotischen Kontinenten daherkommen oder als bereits von weitem erkennbare ethnische Zirkusschamanen. 

Manchmal taucht der WEG sogar ohne menschliche Veranlassung auf — einfach nur in Situationen, die etwas zeigen und auf verblüffend neue Weise offenkundig machen, uns zum Staunen bringen über die W u n d e r des Lebens.

Sie in der Stille ihrer Schönheit wieder sehen zu lernen, dieses Leben mit dem inneren Staunen schauender Kinderaugen zu betrachten, die Vitalität, Kreativität und Kraft der Lebensfreude zu erfreuen, sie mit anderen zu teilen und zu genießen – eine wichtige Etappe auf dem Weg zwischen Innen und Außen.

Wer nicht den einzigen Weg lebt, verfehlt beides: 
Tätigkeit und Untätigkeit, 
Behauptung und Verleugnung. 
Die Wirklichkeit der Dinge leugnen
heißt ihre Wirklichkeit verfehlen;
die Leerheit der Dinge behaupten
heißt ihre Wirklichkeit verfehlen.
Je mehr du darüber sprichst und nachsinnst, 
umso weiter entfernst du dich von der Wahrheit. 
Hör auf zu reden und zu denken,
dann gibt es nichts, was du nicht wissen kannst..

aus dem Hsin-Hsin-Ming

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Wenn Engel reisen

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.

Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel:

"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.

Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm,
fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen
lassen können? Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend.
"Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben.“

"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel.

"Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch
in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glücklichtes Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte.
Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes,
um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.

Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...
Manche Leute kommen in unser Leben und gehen schnell...
Manche Leute werden Freunde und bleiben ein bisschen...
wunderschöne Fußabdrücke auf unseren Herzen hinterlassend...
und wir sind ziemlich ähnlich, weil wir eine Freundschaft geschlossen haben!!

Gestern ist Geschichte.
Das Morgen ein Mysterium.
Das Heute ist ein Geschenk.
Darum heißt es auch: Präsent.
Ich denke, das ist etwas Besonderes...
Lebe und genieße jeden Moment...

Dies ist keine Generalprobe!

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