EM- Kooperative Oderbruch   

               

Innovatives landwirtschaftliches Projekt  des EM-Oderbruch e.V.  in Alttrebbin

 

Vorüberlegungen                                                                                 März 2005

Bis zur Wende galt das Oderbruch als Gemüsegarten Berlins und bot  darüber hinaus zahlreichen Haushalten zusätzliche Einnahmequellen durch den privaten Anbau und die  Abgaben überschüssiger Obst- und Gemüseerträge an die Sammelstellen des Konsum . Diese Möglichkeit wurden im Zuge der Umstrukturierungen nach der Wende völlig eingestellt, so dass auch die Motivation, auf Brachland oder eigenem Grund und Boden  Gemüse anzubauen, fast völlig zu Erliegen kam. Dies erklärt, dass auch heute noch im Oderbruch zahlreich Flächen fruchtbaren Bodens  brach liegen bzw. das Brachland auch wegen gewisser EU- Förderrichtlinien subventioniert wird. Viele Einwohner, die sich früher  aus dem eigenen Garten mit Obst und Gemüse versorgten, geben heute den einfacheren Weg, dem Kauf von treibhausgezüchtetem Gemüse aus dem Supermarkt den Vorrang. Dies regt zum Nachdenken an, denn das Oderbruch zählt in zunehmendem Maße zu den benachteiligten Regionen seit der Wende. Die Einwohnerzahlen sinken, mehrere Schulen der Region mussten bereits geschlossen werden und das soziale Versorgungsnetz wird immer großmaschiger. Allein in der Umgebung von Alttrebbin liegt die Arbeitslosenzahl bei ca. 30 %.

Bei Nachforschungen wurde herausgefunden, dass  sich eine gewisse Hoffnungslosigkeit immer mehr ausbreitet, je wieder Arbeit zu finden und bezüglich des Eigenanbaus von Obst und Gemüse eher die Motivation fehle, da es keine Abnahmestellen  für überschüssiges  Obst und Gemüse mehr gäbe.

Diese Einstellung spiegelt eine Entwicklung der letzten Jahre wieder, die auch in den kommenden Jahren kaum eine Trendwende erwarten lässt. Eher  muss davon ausgegangen werden, dass die  Einschnitten in die persönlichen Lebensbereiche aufgrund der wirtschaftlichen Lage dieser Region  sich noch verschärfen werden.

Das innovative Projekt  „EM-Kooperative Oderbruch“  will in dieser Zeit ein Zeichen setzen und  den Menschen  einen Weg zurück in die Eigeninitiative und teilweise ökologische Selbstversorgung aufzeigen. Langfristig ist es beabsichtigt, auch neue Arbeitsplätze  zu schaffen. Hierbei wird vorerst an die gewerbliche Herstellung von Bokashi (organischer EM-Dünger) und an die Einrichtung eines Hofladens gedacht, der überschüssige Erträge wieder aufkauft und in einem Direktvermarktungssystem im Oderbruch bis in den Großraum Berlin zu vertreiben beginnt.

„EM-Kooperative Oderland“ besteht aus zwei Unterprojekten.

 

Projekt 1 :   EM-Schulungsgarten

Hier handelt es sich um ein ca. 3000m² großes Stück Land, dass seit mehr als 20 Jahren brach liegt, ein ehemaliger Gemüsegarten war und teilweise durch einen  guten Humusboden für den Anbau von Gemüse geeignet ist. Das Grundstück liegt in Alttrebbin, Dorfstraße 11 hinter einer großen Scheune, ca. 150 m vom Wasser und Stromanschluss und  wird vom EM-Oderbruch e.V.  vom Eigentümer für 25 Jahre gepachtet  Es ist von Bäumen und Sträuchern umfriedet und  zur Zeit  in einem recht verwahrlosten Zustand.  Teile des Grundstückes wurden über Jahre sowohl über- als auch unterirdisch als Mülldeponie benutzt. Zum Anlegen des Gartens müssen folgende Voraussetzungen geschaffen werden:

 

·        Entsorgen von Boden-Altlasten auf dem Grundstück

·        Säubern  des vorhandenen Baumbestandes

·        Anlegen eines Bewässerungsteiches

·        Anlegen von Gemüse- und Kräuterhochbeeten

·        Anlegen von Wegen und Bewässerungssystemen

·        Aufbau eines Gewächshauses

·        Ausbau einer vorhandnen Scheune für den Ankauf von Obst und Gemüse

 

Zur Finanzierung der Neuinvestitionen für die Durchführung des Projektes wie:

 

·        Einrichtung eines funktionsfähigen Büros

·        Legen eines Stromanschluss für elektrische Wasserpumpe

·        Einfriedung der Fläche  durch einen Zaun

·        Bau einer Brunnenanlage

·        Anlegen eines Bewässerungssystems mit Teichanlage

·        Einbau einer zusätzlichen  Filteranlage gegen den Eisengehalt im Wasser

·        Anschaffung von   Gartengeräten und Gartenzubehör

·        Aufstellung eines Gewächshauses oder Frühbeetes

·        Präsenz des EM-Oderbruch e.V. im Internet durch  eine Homepage

 

Für die Neuinvestitionen beantragt der Verein, der mit Schreiben vom 1.April 2005 vom Finanzamt Strausberg die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen hat,   die Leader+ Förderung  (EU-Mittel) und erhält zur Finanzierung der Eigenanteile ab Mitte Mai eine ABM-Stelle.

 

Projekt B: Gewerbliche Anzucht von Gemüsepflanzen mit EM

 

Als gewerblicher Kooperationspartner wird die Gärtnerei Arndt, die seit 1994 im Küstriner Vorland auf 3400 m² eine Gewächsfläche bewirtschaftet,  den Einsatz der EM-Technologie bei der Anzucht von  Gemüsejungpflanzen und Beet- und Balkonpflanzen sowie Schnittblumen erforschen. Im Rahmen des Projektes „EM-Kooprerative Oderbruch“ wird der Kooperationspartner folgende Versuche unternehmen:

 

·        Testen des betrieblich verwendeten Torfsubstrates auf Belebung mit EM

Die Gärtnerei Arndt verwendet zur Anzucht von Jungpflanzen eine bestimmte Anzuchterde, bestehend aus Torf und Ton, die keimfrei ist und für die Anzucht von Pflanzen aus Saatgut sich hervorragend eignet.  Parallel zur bisherigen Anbaumethodik werden Gemüsejungpflanzen wird nun erforscht werden, wie sich die Anzucht verändert, wenn diese Anzuchterde mit EM-A (aktiviertes EM-1) und Bokashi (mit EM-A fermentierter Gründünger aus Grünabfall in der Gärtnerei) behandelt wird. Es soll herausgefunden werden, welchen  Einfluss EM auf Wachstum und Resistenz der Jungpflanzen hat.

 

·        Versuche mit Schnittblumen

Schnittblumen wie z.B. Zinnien und Astern werden  in 7 Liter Eimern kultiviert. In einer Vergleichsreihe werden neben herkömmlicher Kulturführung diese Schnittblumen unter Beigabe von EM behandelt. Hierbei soll herausgefunden werden, ob die Schnittblumen durch die Beigabe von EM-A auch länger haltbar werden.

 

·        Die Gesamte Gewächshausfläche wird im Winter mit einer Ölheizung betrieben. Zur Senkung von Emissionsschäden bei der Heizanlage soll EM-X Keramik eingesetzt werden

 

Das Projekt ist auf drei Jahre konzipiert und verfolgt folgende Ziele:

 

Es ist geplant, in dem EM-Schulungsgarten  diverse Gemüse- und Kräutersorten unter Einsatz der EM- und Mulchtechnik anzubauen. Mittels von Versuchsbeeten wird darüber hinaus aufgezeigt werden,  wie sich eine Ertrags- und Qualitätssteigerung  durch Anwendung mit und ohne EM –Technologie auswirkt.. Der Trägerverein EM-Oderbruch e.V. hat es sich darüber hinaus zur Aufgabe gestellt, für interessierten Mitarbeitern und Mitgliedern Schulungen in der theoretischen und praktischen Anwendung der EM-Technik anzubieten, Vorträge zu organisieren und sowie die Herstellung von Bokashi  zu schulen.  Für die Durchführung der Maßnahme werden ein bis zwei ABM-Kräfte beantragt, die während der Maßnahme Kenntnisse in der Anwendung der EM-Technik gewinnen.

·        Den Einsatz von Effektiven Mikroorganismen durch mehrere Informationsveranstaltungen, Vorträge und Filme in Alttrebbin und der Region Oderbruch bekannt zu machen.

·        Durch das Anlegen des EM-Schulungsgartens in der Dorfstraße 11 interessierten Menschen die praktischen Anwendung der EM-Technologie Vorort im zu zeigen, die Effektivität dieser Technik durch Forschungen in der Gärtnerei Arndt zu dokumentieren und praktische Grundlagen zu lehren.

·        Interessierter Bewohner  für den Einsatz der EM-Technik auch im eigenen Garten zu aktivieren und Möglichkeiten zu schaffen, überschüssige Erträge  in einem Dorfladen der EM-Kooperative Oderbruch abzugeben. Hier besteht das Potential für einen Einstieg in die Selbständigkeit.

·        Aufbau eines Dorfladens und Entwicklung einer Direktvermarktung für EM-Gemüse  im Oderbruch bis in den Großraum Berlin.

 

Effekte und Wirkungen

 

Langfristig wird davon ausgegangen, das EM-Gemüses sich  als ein Markenartikel , wie z.B. „Bio-Gemüse“, als Qualitätsgemüse aus dem Oderbruch durchsetzen wird. Durch Schulungen und Informationsveranstaltungen sowie die praktische Nachvollziehbarkeit der EM-Technologie im Schulungsgarten wird zusätzliches Interesse wachsen. Damit sind erste Voraussetzungen geschaffen, um sowohl den Ort, als auch die Region Oderbruch langfristig mit der EM-Technik zu verbinden und für Interessierte attraktiv zu machen.

Projektplanung & Projektleitung  

Tarika E. Hoffmann

tarika.hoffmann@arcor.de

Dorfstr. 11                                         Tel.:033474-38786

16259 Alttrebbin

 

Träger des 1. Projekts  -  EM-Schulungsgarten

 

EM-Oderbruch e.V. Tel.:                 info@em-oderbruch.de

Dorfstr. 11                                         033474-38786

16259 Alttrebbin

 

Träger des  2. Projekts -  Anzucht von Gemüsejungpflanzen mit EM

 

Gärtnerei Arndt                                 Inh. Berthold Arndt

Rosendamm 13

15328 Küstriner Vorland

Tel.: 033479-4203

Gemeindezentrum Alttrebbin

Hier soll der EM Garten entstehen

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